Samstag, 18. November 2017

[Hörbuch-Rezension C] Eva Reed - Wir fliegen, wenn wir fallen

Eva Reed - Wir fliegen, wenn wir fallen

Klappentext:

Eine Nacht unter den Sternen schlafen. Einen Spaziergang im Regenwald machen. Die Nordlichter beobachten ... So beginnt eine Liste mit zehn Wünschen, die Phil nach seinem Tod hinterlässt, gewidmet seinem Enkel Noel und der siebzehnjährigen Yara. Phils letztem Willen zufolge sollen sich die beiden an seiner statt die Wünsche erfüllen. Gemeinsam. Yara und Noel, die sich vom ersten Moment an nicht ausstehen können, willigen nur Phil zuliebe ein. Doch ohne es zu wissen, begeben sich die beiden auf eine Reise, die nicht nur ihr Leben grundlegend verändern wird, sondern an deren Ende beiden klar ist: Das Glück, das Leben und die Liebe fangen gerade erst an.

Erster Satz:

"Ich möchte meine Erinnerungen verbrennen. Ich möchte sie nehmen, zusammenknüllen oder zerreißen, es ist mir egal, und sie mit allem, was mir geblieben ist, in Asche verwandeln."

Cover & Titel:

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es enthält viele kleine Details aus dem Roman. Je genauer ich  das Cover betrachte, je mehr Details fallen mir ins Auge, zu denen ich dann auch den Bezug zum Inhalt herstellen kann. 
Auch der Titel ist gut gewählt und erklärt sich im Laufe der Geschichte.
Für mich ist es ein Cover, dass ich sofort wiedererkennen würde und eine Art, die sich gut auf weitere Bücher dieser Art der Autorin übertragen lässt. 

Meine Erwartungen:

Ich kannte zuvor noch keine Bücher von Eva Reed hoffte aber, dass es ein etwas tiefgreifenderer Roman ist. Ich erwartete einen Roman in Richtung "Wann immer ich die Sonne sehe" oder "Ein Jahr zum Leben". Vielleicht auch irgendetwas mit Schicksal.

Meine Meinung zum Buch:

Die Handlung des Romans hat mir gut gefallen, auch wenn hier der Klappentext leider mal wieder viel zu viel verrät. Die Idee eine Reise für jemanden zu unternehmen und dabei tolle Erfahrungen zu sammeln gefällt mir. Auch die Reiseziele überzeugten mich. In das Büchermuseum in Dublin würde ich auch gerne mal gehen, auch die Nordlichter interessieren mich. Das wäre doch mal ein schönes Reiseziel :-).
Besonders gefallen hat mir der eigentliche Grund der Reise. Ich mochte den "alten Mann".

Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat war die "wörtliche Umsetzung" einiger Szenen. Ich hatte den Eindruck, dass die Szenen aufgrund der Wahl der Wörter zum Teil etwas kitschig und unharomonisch wurden. Besonders bei Noel, der sich einerseits einredete ein totaler Arsch zu sein und für keinen Menschen gut, dann aber wiederum total kritische Sachen sagte und sich ultra romantisch benahm. Dieser Kontrast war mir zu holprig. Es gibt ja Bücher in denen der Typ ein Arsch ist und in denen die Romanfigur versucht an die weiche Schale des Typen zu kommen. Doch da passt das Verhalten, die Art zu leben, zu wohnen und sich zu artikulieren zu diesem "harten Kerl" und dem "weichen Kern". Man fiebert als Leser mit der Frau mit, die den Typen erobern will. Bei Noel passte das nicht. Dadurch wirkte das "Bad-Boy-Denken" für mich eher als würde er sich die ganze Zeit selbst bemitleiden, was mir irgendwann zu viel wurde und etwas nervte.
Und ab dem Zeitpunkt, als mir das aufgefallen ist, wurde mir dann auch das Päckchen von Yara zu viel. Auch hier war es dann manchmal ein "Mich-selbst-bemitleiden", wobei es bei ihr längst nicht so schlimm war als bei Noel. Aber doppelt war es einfach zu viel. Was wirklich schade war.
Vielleicht hätte es gereicht ein paar Gedankengänge und Szenen über die Selbstzweifel beider weg zu lassen.

Sprecher:

Maximilian Laprell:

Der unharmonische Eindruck von Noel kann allerdings auch an der Stimme von Maximilian Laprell gelegen haben. Für mich war die Stimme zu hoch und hat nicht zum Charakter von Noel gepasst. Ich hätte mir eine tiefere, weichere, unaufgeregtere Stimme gewünscht. Wäre die Stimme nicht so hoch und kindlich gewesen, hätten die Szenen vielleicht auch gar nicht so kitschig gewirkt, sondern mehr Ernsthaftigkeit vermittelt. Es war als hätte die Stimme nicht die nötige Kraft und Tiefe. Wenn der Sprecher las, dass jemand schimpfte oder herüberbrüllte, kam bei mir der Zorn oder der Ärger nicht an. Es war dann eher wie eine flache Erzählung. Zwar ist es richtig, dass die Stimme von Noel noch jünger klingen muss, auch schüchterner und ein wenig unsicherer, als von einem sexy Typen mit viel Selbstvertrauen und Macht, aber eben doch mit mehr Tiefe und Ausdruck.

Die Stimme von Shandra Schadt klang dagegen viel tiefer, geheimnisvoller und wirkte dadurch erwachsener, bodenständiger und ruhiger, aber dennoch auch jugendlich.

Wahrscheinlich war es auch eine Kombination aus beiden Stimmen, die nicht ganz zusammen harmonisierten.

Zitat:

"Wusstest du, dass man sagt, dass man während des Lesens einen Teil von sich selbst zwischen den Zeilen eines Buches hinterlässt?«
Ich blicke ihn fragend an, während ich das Buch wieder von ihm entgegennehme.
»Was genau meinst du?«
»Wenn du dieses Buch jetzt liest, wirst du die Geschichte auf eine bestimmte Art lesen und verstehen. Wenn du das Buch in zwanzig Jahren wieder liest, wirst du das Buch sehr wahrscheinlich auf eine andere Art und Weise lesen, du wirst das Geschriebene vielleicht anders verstehen und deuten, aber das Wichtigste: Du wirst dich immer daran erinnern, wie und wo du es zuvor gelesen hast. Du schlägst dann nicht einfach nur dieses Buch auf, sondern auch Erinnerungen.«" 



Fazit:

Eine ergreifende Geschichte mit einer schönen Handlung, bei der mir leider die männliche Sprecherstimme nicht gefallen hat.


Bewertung:

    

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Details zum Buch:

Autor: Eva Reed
Sprecher: Maximilian Laprell, Shandra Schadt
Verlag: Ueberreuter
Genre: Unterhaltungsromane, Jugendbuch, Young Adult, Liebesroman
Seiten: 295
Länge: 07 Std. 25 Min.
Erschienen am: 27.07.2017
ISBN Taschenbuch: 978-3-7641-7072-1
ISBN Ebook: 9783764191573
ISBN Hörbuch: B073HDWJX7
Preis Paperback: 16,95 €
Preis EBook: 14,99 €
Preis Hörbuch: 7,40 €

Über die Autorin:

Ava Reed wird schon immer von Büchern begleitet. Das Haus ohne etwas zu lesen verlassen? Unvorstellbar. Schließlich entdeckte sie auch das Schreiben und Bloggen (www.avareed.blogspot.de) für sich und kann sich nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören. Wenn sie nicht gerade wild in die Tasten tippt, geht sie ihrer Arbeit in einem Verlag nach. Ava Reed lebt mit ihrem Freund in Frankfurt am Main.
Quelle Ueberreuter

Über die Sprecher:

Maximilian Laprell
Maximilian Laprell absolvierte seine Ausbildung am Max Reinhardt Seminar. Neben Theater-Engagements ist der wandelbare Schauspieler in Fernsehproduktionen wie "Die Rosenheim-Cops", "Dahoam is dahoam" oder "Heiter bis tödlich" zu sehen.
Quelle: hugendubel

Shandra Schadt wurde 1982 geboren. Schon früh begann sie Theater zu spielen und Ballett zu tanzen. Durch einen Zufall kam sie im Alter von acht Jahren zum Synchron-Sprechen und arbeitet bis heute erfolgreich als Sprecherin. Sie ist die deutsche Stimme von Miley Cirus (Hanna Montana), Jessica Alba und Anne Hathaway.
Quelle Randomhouse

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1 Kommentar:

  1. Einen schönen guten Morgen

    Mich hat die Stimme von Noel nicht gestört. Ich fand die Geschichte einfach nur schön. Ich muss aber gestehen, dass Hörbücher mit verschiedenen Sprechern schon besser sind. Ich hätte da mal eine Empfehlung für dich: "Lügen sie, ich werde ihnen glauben!" Wenn dir "Gut gegen Nordwind" gefällt, könnte dir diese Geschichte auch gefallen. Alle Protagonisten haben eine eigene Stimme. Für mich ein Hörbuch-Highlight.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Gisela

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