Montag, 20. November 2017

[Hörbuch-Blogtour] Außergewöhnliche Freundschaften - Interview mit Juliane Sophie Kayser



Hallo ihr lieben,


heute darf ich euch als erstes zur Hörbuch-Blogtour "Außergewöhnliche Freundschaften" willkommen heißen.

In den nächsten Tagen könnt ihr auf den verschiedenen Blogs Rezensionen und Beiträge zu den beiden Kurzgeschichten "How I met your grandfather" und "Schattenwassser" lesen.

Hier einmal der Ablaufplan:


Doch vorher hatte ich die Möglichkeit Juliane-Sophie Kayser zu interviewen.



Interview


Hallo Frau Kayser,

vielen Dank, dass Sie für ein Interview zur Verfügung stehen. Da ich einige für mich interessante Fragen habe, möchte ich auch gleich anfangen.


1. Doch als Erstes stellen Sie sich den Lesern doch bitte kurz vor.
Ich bin Juliane Sophie Kayser, eine deutsch-amerikanische Schriftstellerin, die gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation IJM (International Justice Mission) moderne Sklaverei bekämpft. Ich habe ein Kinderbuch auf Deutsch und Englisch geschrieben, „MALCHEN UND DIE VERGESSENE ZEIT“, das Thema bei meiner letzten Blogtour war. Das Hörbuch ist mein Debut für Erwachsene. Im März 2018 kommt „DAS SANDWICHKIND“ bei Autumnus heraus, ein humorvoller, actionreicher Kinder-Krimi, bei dem ein zehnjähriger Junge der Titelheld ist, der sogar von der Mafia gejagt wird. Ich habe viele Lesungen und Signierstunden, außerdem gebe ich Workshops für Kreatives Schreiben für Kinder u.a. in der Stadtbücherei Heidelberg. Ich bin glücklich verheiratet und wir haben drei Kinder.

2. Wie kamen Sie auf die Idee, diese Kurzgeschichten zu schreiben?
HOW I MET YOUR GRANDFATHER … ist eine Geschichte, die ich tatsächlich genau so erlebt habe. Es handelt sich also um eine Geschichte, die das Leben schrieb. Auf den Stoff zu SCHATTENWASSER, NAHE kam ich folgendermaßen. Ich las ein tolles Buch, DIE MUTTER DER HOLOCAUST- KINDER: IRENA SENDLER UND DIE GERETTETEN KINDER AUS DEM WARSCHAUER GHETTO, geschrieben von Anna Mieszkowska. Irena Sendler hat während des zweiten Weltkriegs über 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt. Eine davon schrieb später in ihr Tagebuch: Ich habe dich gehasst für Dein Gutsein, Irena. Immerzu hast Du versucht, mir die Mutter zu ersetzen. Weißt Du denn nicht, dass man eine Mutter nicht ersetzen kann? Diese Stimme hat mich angefixt und hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Das zu lesen war elektrisierend für mich und wurde zum Schreibanlass. Immerzu musste ich diesen Charakter weiterentwickeln …

3. An wen richtet sich die Geschichte? Welche Zielgruppe spricht sie an?
Ich habe begeistertes Feedback bekommen von unterschiedlichsten Leuten, z. T. von vielen Studentinnen und Studenten, aber auch von Menschen aller Altersgruppen bis hin zu Freds Generation. Die Geschichte richtet sich an Menschen, die historisches Interesse haben und auch für Sinnfragen offen sind. Und natürlich sollte man eine Vorliebe für Klassische Musik haben und eben auch für Neues aufgeschlossen sein. Musik und Text gleichzeitig zu performen ist ja noch nicht so weit verbreitet. Neugierde aufs Leben ist eine Voraussetzung, um das Hörbuch zu mögen.

4. In den Kurzgeschichten muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Was ist die Hauptaussage der Kurzgeschichten?
Ich interessiere mich ja stets für die Brüche im Leben. Aber noch mehr interessiere ich mich dafür, wie aus unseren Bruchstücken Wunderschönes entsteht, wenn wir nicht mehr versuchen, sie zu verleugnen oder nach außen ein anderes Bild abzugeben als wir innen sind.
Fred ist ein tolles Beispiel für jemanden, der sich mit dem Leben ausgesöhnt hat, obwohl er mit das bitterste Schicksal erfahren hat, das ich kenne.
Ich habe Rückmeldungen von Menschen erhalten, die sagten, meine Erzählungen hätten ihnen Lebensmut gegeben und ich hörte sogar von einer Zuhörerin, die so berührt war nach der Lesung, dass sie erstmalig ihr Schweigen brach zur Nazivergangenheit eines Angehörigen. Sie fragte mich: Woher nehmen Sie den Mut, so große Themen anzupacken?

Hm, also das lässt sich schwer in eine Formel packen, aber nach einer Kernaussage befragt, würde ich sagen: Es lohnt sich genau hinzusehen, auch da, wo es weh tut. Wenn Du dich mit Deiner Vergangenheit aussöhnst, kannst Du auch wieder ganz anders auf Andere zugehen (siehe Fred) oder ins Leben zurückfinden (Rachela-Karolina).
Oder noch knapper: Das Leben ist stärker als der Tod :)
Danke für die anregenden Fragen, es hat mir Spaß gemacht, sie zu beantworten.Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen.

Vielen Dank für das Interview und die ausführlichen Antworten!

Meine Rezension zu der Kurzgeschichtensammlung findet ihr in einem separaten Beitrag.
Hier entlang :-).

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