Freitag, 4. November 2016

[Rezension Jule] Als ich unsichtbar war - Martin Pistorius


Als ich unsichtbar war- Die Welt aus Sicht eines Jungen, der 11 Jahre als hirntot galt

Vorab:
Was ich vorab erwähnen möchte, bevor ich mich wage ein solches Buch zu rezensieren. Egal wie ich dieses Buch bewerte, möchte ich daraufhin weisen, dass ich vor dem Autor, als derjenige, der es erleben musste, eine Hochachtung habe. Ich habe größte Wertschätzung wie er sein Leben gemeistert hat und davor, was er alles erleben musste. Ich ziehe meinen Hut vor so einem Menschen, von dem wir alle sehr viel lernen können. 



Klappentext:

Martin ist zwölf, als ihn eine rätselhafte Krankheit befällt: Er verliert seine Sprache, die Kontrolle über seinen Körper, ist nach wenigen Monaten völlig hilflos. Die Ärzte sagen seinen Eltern, er werde für immer schwerstbehindert bleiben. Was niemand ahnte: Im Kokon seines Körpers verbirgt sich ein schrittweise erwachender Geist und eine zutiefst lebendige Seele.


Erster Satz

"Im Fernsehen läuft wieder mal Barney, der Dinosaurier."


Cover & Titel:

Das Cover hat mich angesprochen. Ich fand den Titel so passend zu dem Jungen mit der Pusteblume vor dem Gesicht. Es verkörpert die Geschichte. Sehr gelungen und ansprechend. Als ich es sah, regte es mich zum Nachdenken an. 


Meine Erwartungen:

Naja, nach den letzten Büchern hatte ich nicht mehr so hohe Erwartungen. Ich warte mal wieder auf ein wahnsinnig gutes Buch, jedoch wird es schwer nach den vielen tollen Büchern, die ich zuvor gelesen habe, wie "Riss im Glück", "Gott, du kannst ein Arsch" sein oder "Beim Leben meiner Schwester". Aber ich fand die Geschichte interessant und so hatte ich Hoffnung ein gutes Buch in den Händen zu halten. 


Meine Meinung zum Buch:

Die Meinung zum Buch zu beantworten ist schwierig, wenn man so ein Buch wie dieses hatte. Es ist sehr vielschichtig und reicht von Whow, über ohhh zerrig, gleichgültiges dahinlesen bis hin zu dem Gefühl einen tollen Liebesroman in den Händen zu halten. Es ist anstrengend dem Leben des Protagonisten und seinen Geschichten zu folgen, da er in den Zeitspannen hin und her springt, wo mir nach dem Kapitel oft gar nicht klar war, in welchem Lebensabschnitt er sich gerade befand oder es wurde mir so spät klar wird, dass ich das Kapitel, um es zu verstehen, erneut lesen musste. Es ist wie ein Puzzle, was man versucht zusammen zu setzten, aber das richtige Teil nicht oder erst spät findet. Informationen die ich mir gewünscht hätte, blieben aus oder wurden nur am Rande erwähnt und dann wiederum gab es Inhalte, die sich oft wiederholten, was vor allem die Mitte des Buches betraf. Am Anfang dachte ich: "Ohh das Buch ist ja echt schön geschrieben und man erfährt Dinge über die man noch gar nicht so nachgedacht hat." In der Mitte kamen Gedanken wie:"Das habe ich jetzt schon so oft gehört, die letzten 60 Seiten hätte der Autor aber auch echt in 10 zusammenfassen können". Das glich dann eher dem dahinlesen und am Ende musste ich mir klar machen, dass ich noch immer das selbe Buch lese und keinen Liebesroman. Meine Emotionen reichten von Glücklich über Hoffnung, Wut bis hin zu Ungeduld. Aber die Emotionen waren nur schwach zu spüre, da das Buch sich so unrund hat lesen lassen. Ich musste viel nachdenken, um dir Infos zu sortieren. Manchmal fehlte die Motivation an den langatmigen Stellen, um weiterzulesen. Schade eigentlich. Was ich am Anfang schön fand, war die Schilderung, wie er seinen Alltag und die Eindrücke erlebte, verarbeitete und welche Sinne er dafür besonders einsetzte und welche Vergleiche er anstellte. Z.B. bei den Gesprächsinhalten der Frauen und Männer. Dies war sogar lustig und man fühlte sich in der Realität. Auch wie er viele Dinge auffasste und erlebte. Man Erfuhr viel über Wünsche, Träume und wie sie sich änderten. Es wird auch deutlich wie Ärzte, Pfleger und andere Menschen über kranke, behinderte Menschen denken und wie sie mit ihnen umgehen. 

Zitat:
"Arietta setzte sich neben ihn und erzählte ihm von einigen der Kinder, die ich so gut kannte: Robby, der verletzt worden war, als der Wagen seines Vaters auf einen Lastwagen geprallt war, und der jetzt stundenlang weinte; Katie, die mit einem degenerativen Syndrom geboren wurde und so gerne aß, dass man ihr den Spitznamen "Kleine Fettnudel" gegeben hatte....."

"Anfang des Jahre reiste ich mit meinem Vater zu einem Kongress nach Israel. Ich saß in einem verdunkelten Saal und lauschte einem Professor, der über die Schwierigkeiten sprach, denen sich Menschen wie ich gegenübersehen, die eine romantische Beziehung haben wollen. Auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte, wusste ich dennoch, dass er recht hatte...."


Fazit:

Allem in Allem ein gutes Buch mit viel Inhalt, was aber hätte 100 Seiten kürzer sein können, ohne das dabei Inhalt verloren gegangen wäre. 

Leseprobe: hier klicken

Bewertung:


und ein halbes


Details zum Buch:
Autor: Martin Pistorius mit Megan lloyd Davis
Übersetzung: Axel Plantiko
Verlag: BasteiLübbe
Genre: Erfahrung
Seiten: 333
Erschienen am: 11.11.2011
ISBN Taschenbuch: 978-3-404-60356-5
Preis Taschenbuch: 9,99€
Preis eBook: 7,49 €

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