Mittwoch, 2. November 2016

[Hörbuch-Rezension] Arto Paasilinna – Heißes Blut, kalte Nerven


Klappentext:
Antti Kokkoluoto wird schon bei der Geburt das genaue Todesdatum prophezeit. Am 12. Juli 1990 wird er siebzigjährig sterben – keinen Tag früher, keinen Tag später. Und tatsächlich, Antti gerät immer wieder in höchst lebensbedrohliche Situationen, aber überlebt stets Kanonenhagel, Krankheiten und Naturkatastrophen. Als sich sein Todestag schließlich nähert, hat Antti eine famose Idee. Er will es noch einmal so richtig krachen lassen, er muss die Kosten ja nicht tragen. Aber: Antti stirbt wider Erwarten nicht ...

Erster Satz
"Es geht hoch her, wenn eine Hexe auf dem stürmischen Meer in Trance fällt."

Cover & Titel:
Das Cover und den Titel finde ich sehr schön. Nicht nur, weil ein Pferd darauf zu sehen ist ;-). Aber das Pferd trägt schon zum Gefallen bei und spielt auch in der Geschichte und vor allem während der Kriege eine große Rolle. Auch der Titel bezieht sich auf eine Passage in dem Roman, in der ein Pferd beteiligt ist. Daher passt es schon, dass das Pferd auf dem Cover abgebildet ist. Da der Roman zu einem großen Teil im Winter spielt, ist auch die Kulisse im Hintergrund für das Hörbuch sehr passend. Für ich ist da Cover in jedem Fall ein Hingucker.

Meine Erwartungen:
Ich hatte an das Hörbuch keinerlei Erwartungen, weil ich ja gar nicht wusste, um was es in dem Buch geht. Ich scrollte auf Deezer bei dieser die Hörbücher durch und sah dann das Hörbuch mit einem Pferd drauf. Als Reiter wollte ich natürlich wissen, was das für ein Buch ist. Also hörte ich es im Auto.

Meine Meinung zum Buch:
Mit einem „Kriegsroman“ aus Finnland hätte ich natürlich nicht gerechnet. Denn das Buch spielt in der Zeit zwischen 1917 und 1990 sowohl kurz vor dem Bürgerkrieg in Finnland als auch während des Winterkrieges 1939 und 1944 und der Fortsetzungskriege. Dabei geht um einen Jungen namens Antti Kokkoluoto, der von einer Geburtshelferin auf die Welt gebracht wurde. Diese sagte ihm voraus, dass er über 70 Jahre alt werden und am 12. Juli 1990 gegen Nachmittag sterben würde. Die Handlung des Romans drehte sich dann um das Leben von Antti und seiner Familie. Aber auch die Geburtshelferin und Wahrsagerin, eine Freundin der Familie, hatte einen festen Platz in der Geschichte. Ob die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert weiß ich leider nicht.

Mir war es so, als wenn das Hörbuch eigentlich eher ein Hörspiel oder eine Erzählung war. Der Sprecher las das Buch nicht wie bei anderen Hörbüchern als eine beteiligte Person, (also in der Ich-Erzählperspektive oder der personalen Erzählperspektive), sondern erzählte vielmehr die Geschichte aus Sicht eines Unbeteiligten (vielleicht eine Mischung aus auktorialer und neutraler Erzählperspektive). Dadurch konnte das Buch nicht mit Spannung oder Gefühlen punkten. Dennoch gefiel mir die Erzählung irgendwie. Ich konnte mit Hilfe des Hörbuchs ein wenig über Finnlands Geschichte erfahren und über das Leben während der Kriegs, sowie an der Front, als auch im Alltag in den Dörfern. Vor allem die Namen der Leute und Orte waren amüsant. Linja Lindemann, Kokula usw.... Ob die Namen korrekt geschrieben sind, weiß ich jedoch gar nicht.

Mit der Bewertung bin ich etwas hin und hergerissen, weil ich sonst solche Bücher weder höre noch lese. Deshalb fällt da Buch etwas aus meinem Bewertungsschema raus. Denn ist ja kein Roman den man danach beurteilen kann, ob er einen gefesselt hat oder nicht und ob mir die Handlung gefiel. Das Hörbuch war ja eher eine etwas aufgepeppte Geschichtsstunde. Doch langweilig war das Hörbuch auch nicht und es hat mir, nach dem ich mit an den Stil des Sprechers gewöhnt hatte, gut gefallen.
Sprecher:
Anfang fand es den Sprecher etwas gewöhnungsbedürftig, was allerdings auch der Erzählperspektive geschuldet sein dürfte. Nachdem ich mich aber an die Art und Weise der Geschichte gewöhnt hatte, stellte ich fest, dass der Sprecher eigentlich ganz gut zum Buch passt. Es war angenehm Max Schautzer zuzuhören. Die Stimme entsprach der Vorstellung, die ich von den Charakteren hatte. Wobei natürlich die Stimme auch viel dazu beiträgt einer Person einen Charakter zu geben. Doch Stimme und Charakter der Personen harmonisierten. Und das ist bei einem Hörbuch schließlich das wichtigste. Auch übermittelte die Stimme den Eindrück von "Geschichte". Die Stimme klang älter, sodass sie die Geschichte auch glaubhaft war. Aus ihr sprachen Erfahrung und eine gewissen Lebensweisheit. 

Zitat:
"Am Morgen des ersten Dienstags nach Neujahr herrschte strenger Frost, und der Wind blies aus Nordwest. Auf dem Marktplatz von Kokkola versammelten sich Männer des Schutzkorps in grauen Uniformen und mit weißen Armbinden. Sie teilten sich in Dreiergruppen auf und begannen damit, die Stadt Viertel für Viertel und Haus für Haus zu durchkämmen. Sie suchten nach Waffen und revolutionärer Literatur. "

FazitEin Roman über die Geschichte Finnlands von 1917 bis 1990.

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Bewertung:



Details zum Buch:
Autor: Arto Paasilinna
Übersetzer: Regine Pirschel
Sprecher: Max Schautzer
Verlag: Luebbe Audio
Buchverlag: Bastei Luebbe
Genre: Belletristik
Länge: 4 CDS, 304 min
Seiten: 222
Erschienen am: 20. September 2015
ISBN Hörbuch: 978-3-7857-5099-5
ISBN Hardcover: 978-3-431-03923-8
ISBN Taschenbuch: 978-3-404-17439-3
ISBN E-Book: 978-3-7325-0612-5
Preis Hörbuch: 14,90 €
Preis Taschenbuch: 11,00 €
Preis Hardcover: 18,99 €
Preis EBook: 14,99 €

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Über den Autor:
Arto Paasilinna wurde 1942 im lappländischen Kittilä/Nordfinnland geboren. Er ist Journalist und einer der populärsten Schriftsteller Finnlands. Er wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Inzwischen hat er rund 40 Romane mit großem Erfolg veröffentlicht, von denen einige verfilmt und in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Auch bei uns erwarten die Fans jedes Jahr ungeduldig eine neue skurrile Geschichte vom finnischen Kultautor.

Quelle: Bastei Lübbe

Über den Sprecher:
Wanja Mues, geboren 1973, spielt im Theater und in vielen nationalen und internationalen Filmproduktionen und hat sich auch als Hörbuchsprecher mit seiner eindringlichen, variablen Stimme einen Namen gemacht.

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