Samstag, 30. Juli 2016

[Hörbuch-Rezension] James Bowen - Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte

James Bowen - Bob, der Streuner: Die Katze, die mein Leben veränderte


Klappentext:
Als James Bowen den verwahrlosten Kater vor seiner Wohnungstür fand, hätte man kaum sagen können, wem von beiden es schlechter ging. James schlug sich als Straßenmusiker durch, er hatte eine harte Zeit auf der Straße hinter sich. Aber dem abgemagerten, jämmerlich maunzenden Kater konnte er einfach nicht widerstehen, er nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und ließ ihn wieder laufen. Doch Bob war anders als andere Katzen. Er liebte seinen neuen Freund mehr als die Freiheit und blieb. Heute sind sie eine stadtbekannte Attraktion, ihre Freundschaft geht Tausenden zu Herzen.

Erster Satz
">>Das Glück liegt auf der Straße<<, sagt ein Sprichwort."

Cover & Titel:
Auf dem Cover sieht man Bob, den Kater von James Bowen, wie er auf seinem Rucksack sitzt. Es sieht aus wie ein Foto. Vermutlich wurde dieses Foto tatsächlich von Bob gemacht, denn es gibt ihn ja wirklich.
Der Titel ist zwar lang, aber er fasst das Buch in nur einem Satz zusammen. Ich finde das Cover im Ganzen sehr schlüssig.

Meine Erwartungen:
Bevor ich das Buch zu hören angefangen habe, lehnte ich es einige Jahre ab. Ich wollte kein Buch über eine Katz oder gar aus Sicht einer Katze lesen. Ich fragte mich die ganze Zeit, was man mit einem Buch über Katzen wollte. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Katzen und hatte früher auch immer eine, aber ein Buch... Naja gut. Schlussendlich brauchte ich ein Buch zum Auto fahren und lud es mir herunter. Ich erwartete eher, dass mir das Buch nicht gefallen würde.

Meine Meinung zum Buch:
Mir hat das Buch gut gefallen. Es ließ sich sehr angenehm hören. Zu Beginn wusste ich nicht, dass es Bob und James Bowen wirklich gibt und hatte keine Ahnung, dass es sich um eine Biografie handelt. Ohne dieses Wissen, würde die Rezension wahrscheinlich ein klein wenig anders ausfallen. Nachdem ich aber weiß, dass es Bob und James tatsächlich gibt, bin ich etwas schockiert. Ich mein, wer möchte so ein Leben leben? Während des Hörens, als mir die Realitätsnähe noch nicht bewusst war, bin ich häufig betrübt gewesen und dachte "irgendwie tut er mir leid". Aber da ich jetzt weiß, dass alles die Wahrheit ist, bin ich schockiert über einige Menschen. Ich mein, James hatte ja nun schon kein tolles Leben, wie kann man ihm dann aber noch solche fiesen Sachen antun und so gemein zu ihm sein? Aber ihm sind ja auch viele tolle Sachen passiert. Ich jedenfalls fing an darüber nachzudenken wie das so mit den Obdachlosen ist. Ich sehe in Frankfurt auch immer einen auf der Straße sitzen, aber der hat immer ein Bier in der Hand und ich habe irgendwie Angst vor ihm... . Ich ziehe den Hut vor James, dass er versucht aus seiner Drogensucht herauszufinden und vor allen Menschen, die ihm dabei geholfen haben. Im Prinzip ist er ja selbst schuld, keiner hat ihn gezwungen Drogen zu nehmen. Aber es scheint aufgrund der gesellschaftlichen Anerkennung und des fehlenden Respekts der unteren Schicht gegenüber, schwer zu sein aus diesem Sog herauszufinden. Vielleicht gibt es einfach zu wenige die sich wirklich so anstrengen wie James. Denn den Erzählungen nach zu urteilen ist es wahnsinnig schwer von der Sucht loszukommen und schier simple wieder Drogen zu nehmen.
Das Buch zeigt aber auch, was der Staat (England) durchaus Hilfsmaßnahmen anbietet und einiges für diese Schicht tut. Aber die Hilfe scheinen viele nicht anzunehmen. Denn wie heißt es so schön "Es kann nur dem geholfen werden, der auch Hilfe annimmt".
Hat sich meine Einstellung den Obdachlosen gegenüber geändert? Nein, irgendwie nicht. Ich habe zu viel Angst vor ihnen und komme nicht damit klar, wenn sie besoffen und zugedröhnt auf der Straße sitzen. Aber ich habe dem Straßenmusiker letzte Woche einen Euro in den Gitarrenkoffer geworfen, weil ich gehofft hatte, er bräuchte es. Ich habe ihn aber nicht getraut anzusprechen. Ich werde in Zukunft wohl häufiger mal etwas in die Koffer der Straßenkünstler werfen. Auch möchte ich den Sozialarbeitern meinen Respekt aussprechen, denn ich käme mit dem Leid und manchmal auch der Einstellung dieser Menschen nicht zurecht.

Wir ihr lesen könnt, hat mich das Buch sehr beschäftigt, sodass diese Rezension sich etwas von den anderen abhebt. Ich kann ja auch nicht sagen, dass es Szenen gibt die mir in dem Roman gefallen/nicht gefallen haben, denn es ist ja alles passiert.

Nun möchte ich aber noch was zu Bob sagen. In dieser Rezension habe ich jetzt gar nicht viel von Bob erzählt, obwohl es in dem Buch ja angeblich um Bob geht. Aber wie ihr vermutlich ahnen könnt, geht es mehr als nur um eine Katze. Bob ist der Kater, wegen dem James die Kraft fand aus der Drogenabhängigkeit heraus zu wollen. Und die Erzählungen zu Bob sind einfach genial. Er ist wirklich ein besonderer Kater.

Sprecher:
Carlos Lobo war perfekt als Sprecher. Er ließ den Charakter James unglaublich sympathisch wirken. Ihm habe ich die "Geschichte" abgekauft. Und ich hätte ihm noch stundenlang zuhören können.

Zitat:
"Außerdem konnte ich in meinem Leben gerade keine zusätzliche Verantwortung brauchen. Ich, ein gescheiterter Musiker auf Drogenentzug, der in einer Sozialwohnung von der Hand in den Mund lebte. Es war schwer genug, für mich selbst zu sorgen."

Fazit: Der Beginn einer Biografie eines Straßenmusikers auf Drogenentzug und seiner Katze Bob.

Hörprobe:


Leseprobehier klicken

Wusstest du schon?
Im Januar 2017 soll ein Film über James und Bob in die Kinos kommen. Allerdings gibt es den Trailer bisher nur in Englisch.



Bewertung:



Details zum Buch:
Autor: James Bowen
Sprecher: Carlos Lobo
Verlag: Lübbe Audio
Genre: Unterhaltung, Biografie
Seiten: 256 
Länge: 6 Stunden und 30 Minuten
Erschienen am: 16. August 2013
ISBN Hörbuch: 9783838772394
ISBN Taschenbuch: 9783404606931
ISBN E-Book: 9783838724980
Preis Hörbuch: 5,99 €
Preis Taschenbuch: 12,99 €
Preis EBook: 6,99 €

Über den Autor:
James Bowen, geboren im März 1979 in Surrey, ist ein ehemaliger Straßenmusiker aus der Nähe von London. Lange Zeit hielt James sich leidlich mit Musik und dem Verkauf der englischen Obdachlosenzeitschrift „The Big Issue“ über Wasser. Nach Jahren als Heroinsüchtiger und Obdachloser hatte er gerade die ersten, noch unsicheren Schritte in ein normales Leben getan, lebte aber immer noch von der Hand in den Mund, Zukunftsperspektiven gab es für ihn kaum.

Doch das ändert sich, als James Bowen 2007 vor seiner Sozialwohnung in Tottenham einen kranken Kater findet. James nimmt den streunenden Kater bei sich auf, zahlt von seinem letzten Geld die Tierarztkosten und pflegt das Tier gesund. Schon bald weicht Bob, wie James den Kater tauft, nicht mehr von seiner Seite. Sogar bis in den Bus und auf die Straßen der Großstadt London begleitet der Kater seinen neuen Freund.

Das ungleiche Paar sorgt selbst in einer Stadt wie London für Aufsehen und so dauert es nicht lange, bis die beiden Freunde eine stadtbekannte Attraktion auf den Straßen der englischen Hauptstadt werden. Auch Zeitungen und Verlage werden auf James Bowen aufmerksam und so entwickelt sich aus den schweren Zeiten eine Erfolgsstory.

Heute leben James Bowen und Bob in einer bescheidenen Dreizimmer Eigentumswohnung. Bobs Herrchen setzt ihre gemeinsame Berühmtheit dazu ein, auch weiterhin denen zu helfen, die Hilfe nötig haben – Obdachlose und andere sozial Benachteiligte.
Quelle: Bastei Lübbe

Über den Sprecher
Carlos Lobo studierte in Mainz, Malaga und Barcelona Schauspiel. Er war 14 Jahre festes Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz, Oberhausen und Bonn. Carlos Lobo leiht seine Stimme u.a. Javier Bardem. 2005 erhielt er den Adolf Grimme Preis für Abenteuer Glück.

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