Montag, 4. April 2016

[Interview] mit Petra Hülsmann




Hallo ihr Lieben,

heute habe ich ein Interview für euch, auf das ich besonders stolz bin. Denn ich durfte Petra Hülsmann im Oktober interviewen und persönlich treffen. Damit ging für mich wirklich ein Traum in Erfüllung.
Denn Petra Hülsmann hat bereits zwei Bestseller-Romane veröffentlicht, die ich beide gelesen habe und die jedes Mal ein Highlight für mich waren.
Ihr Debütroman "Hummeln im Herzen" veröffentlichte sie im Jahr 2014. Ihr zweiter Roman "Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" folgte dann in 2015. Und auch dieses Jahr soll wieder ein Roman folgen :-D.

Debütroman: Hummeln im Herzen

Das Interview

1. Petra, wenn du dich in einem Satz beschreiben müssten, wie würde dieser Satz lauten? 

Petra Hülsmann ist eine Autorin aus Hamburg, die absolut nicht dazu in der Lage ist, etwas in nur einem Satz zu beschreiben, weswegen ihre Romane auch immer mindestens 400 Seiten haben. J


2. Ich habe gelesen, dass du Mal in einer Anwaltskanzlei gearbeitet hast. Wann hast du die Zeit zum Schreiben gefunden und was hat dich dazu veranlasst mit dem Schreiben zu beginnen? 

Ich habe nach Feierabend und an den Wochenenden geschrieben. Da ich aber auch oft keine Zeit oder keine Lust hatte, hat es ziemlich lange gedauert, bis der erste Roman fertig war. Von der ersten Idee bis zum Abschluss des letzten Überarbeitungsdurchgangs sind circa vier Jahre vergangen. Einen konkreten Auslöser, der mich zum Schreiben veranlasst hat, gab es eigentlich nicht. Ich habe immer schon gerne geschrieben und mir Geschichten ausgedacht, und irgendwann kamen die ersten Ideen zu „Hummeln im Herzen“. Da hatte ich dann das Gefühl, dass ich diesen Roman unbedingt schreiben will und muss, und das habe ich ja auch getan.


3. Außerdem habe ich gelesen, dass du 2013 durch Südostasien gereist bist. Was hast du von dieser Reise mitgenommen? Hat diese Reise den Inhalt des aktuellen Buches beeinflusst? 

Was ich daraus mitgenommen habe, sind viele schöne Eindrücke und Erlebnisse und tolle Menschen, die ich kennengelernt habe. Man entwickelt eine große Toleranz gegenüber anderen Kulturen und anderen Arten zu leben. Und man ist selbst plötzlich in der Situation, allein, als Andersaussehende und Andersdenkende in der Fremde zu sein. Da kann man sich manchmal schon sehr einsam fühlen, ein bisschen wie ein Alien, und umso mehr freut man sich darüber, wenn einem die Menschen positiv und aufgeschlossen begegnen. Das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Direkt beeinflusst hat die Reise meine Bücher nicht, aber grundsätzlich würde es mich schon reizen, einen Roman zu schreiben, in dem es um eine Reise geht. 


4. Was inspiriert dich, wenn du ein Buch schreiben willst? 

Die meiste Inspiration bietet der Alltag. Gespräche mit der Familie, Freunden oder Arbeitskollegen, Erlebnisse, die man im Wartezimmer eines Arztes, in der U-Bahn oder an der Supermarktkasse hat. Im Grunde ist es ganz egal, ich muss nur irgendwo etwas hören, sehen oder lesen, das mich in irgendeiner Form interessiert, dann kann es mir einen Denkanstoß geben und sich in meinem Kopf immer weiter spinnen, bis eine Geschichte daraus entsteht. Das meiste in meinen Romanen ist allerdings frei erfunden und entspringt schlicht und ergreifend meiner Fantasie.

Band zwei: Wenn Schmetterlings Loopings fliegen

5. Nun hast du bereits zwei Romane geschrieben „Hummeln im Herzen“ und „Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“. Wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal eines deiner Bücher in einer Buchhandlung entdeckt hast?

Das war natürlich ein unglaubliches Gefühl. Ich bin am offiziellen Erscheinungstag in eine Buchhandlung gegangen und habe dort im Regal unter „H“ wie Hülsmann nach einer Ausgabe von „Hummeln im Herzen“ gesucht. Da war aber keine, und ich wollte schon ganz enttäuscht nach Hause gehen. Dann habe ich aber plötzlich an einer Wand ein ganzes Regal nur mit Hummel-Büchern entdeckt, die in der Buchhandlung einen Riesenauftritt bekommen haben. Da war ich dann gleichzeitig geschockt, ungläubig und total happy. Aber der schönste Moment ist für mich immer, wenn die Belegexemplare kommen und ich das fertige Buch das erste Mal in der Hand halte. Da bin ich dann jedes Mal wieder überrascht und überwältigt, dass ich es tatsächlich geschafft habe und dass all die Wörter, die da drin stehen, tatsächlich von mir sind.


6. Als ich das erste Buch von dir gesehen habe ist mir sofort das schöne Cover ins Auge gesprungen und der unheimlich süße Titel. Wie bist du auf die Idee mit den Titeln gekommen? Und wird auch dein drittes Buch einen Titel und ein Cover dieser Art haben? 

Die Titel kamen daher, dass ich diese Formulierungen und Bilder auch in meinen Romanen verwendet habe. Also die Hummeln, die man im Herzen hat, statt im Hintern, und die Schmetterlinge, die im Bauch Loopings fliegen. Beides steht für mich für verliebt sein und Gefühlschaos und passt somit ganz wunderbar zum Inhalt. Und was Buch 3 angeht … Ich habe das Cover natürlich schon gesehen, aber da der Roman erst im Sommer 2016 erscheint und vom Verlag noch nicht öffentlich bekanntgegeben wurde, möchte ich jetzt nicht zu viel verraten. Ich kann nur sagen, dass ich das Cover wunderschön finde und sehr, sehr glücklich damit bin. 

Inzwischen ist das Cover veröffentlicht ;-). Wer neugierig ist, kann ja schon mal bei Bastei Lübbe schauen.


7. Wenn ich mir vorstelle ein eigenes Buch zu schreiben, wären bei mir wahrscheinlich recht viele persönliche Erfahrungen und Gefühle enthalten. Wie viel persönliches steckt von dir in deinen Büchern? 

Es fließen natürlich immer persönliche Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit ein, aber der größte Teil ist frei erfunden und entspringt der Fantasie. Ich kann mich gut in Situationen hineinversetzen und mir vorstellen und nachempfinden, wie die jeweilige Figur sich in so einem Moment fühlen muss. Das ist einerseits das Faszinierende am Schreiben, aber andererseits auch sehr anstrengend für mich, weil ich halt immer sehr mit den Figuren mitfühle. Da kann so ein Schreibtag schon mal zu einer emotionalen Achterbahnfahrt für mich werden. Aber meine Romane sind keinesfalls autobiographisch. Bis auf einen ganzen kleinen Teil vielleicht.


8. Außerdem habe ich gelesen, dass es den Taxifahrer Knut, der ja in beiden ihre Romane vorkommt, wirklich gibt. Weiß er, dass er in Ihren Büchern eine Romanfigur ist? 

Nein, Knut ist erfunden. Habe ich irgendwo mal behauptet, dass es ihn wirklich gibt? Vielleicht habe ich mich da missverständlich ausgedrückt. Aber ich denke, dass wahrscheinlich jeder schon mal eine Taxifahrt mit einem Fahrer hatte, der ähnlich durch die Stadt geheizt ist wie Knut das immer macht. In Hamburg gibt es jedenfalls recht viele solcher Fahrer. Und Taxifahrer schnacken ja auch mal ganz gern, so wie Knut. Allerdings bin ich noch nie einem begegnet, der mir Lebenshilfe und gute Ratschläge erteilt hat.


9. Was mich noch brennend interessiert. Wie bist du darauf gekommen in deinem Roman „Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“ über Fußball zu schreiben? 

Ich habe mich schon von klein auf total für Fußball interessiert, daher war es für mich gar nicht so abwegig, auch über Fußball zu schreiben. Den allerersten Denkanstoß für die Grundidee zu der Geschichte hat mir dann ein Zeitungsartikel über Bastian Schweinsteiger geliefert, der nach einem verlorenen Spiel in einem Club beim Feiern entdeckt wurde. Das wurde in dem Artikel zu einem totalen Skandal aufgebauscht, und das hat mich total interessiert und dazu animiert, mich in die Lage eines Leistungssportlers zu versetzen. Es ist schon ziemlich lange her, dass ich diesen Artikel gelesen habe, aber der Gedanke hatte sich in meinem Kopf festgesetzt und immer weiterentwickelt, bis letzten Endes eine Geschichte daraus geworden ist.


10. Und noch eine letzte Frage: Im ersten Buch ging es eine Buchhandlung, im zweiten Roman um Fußball. Welches Thema wird in deinem neuen Roman aufgegriffen? Gibt es hierzu schon Pläne?


Ja, an meinem dritten Roman schreibe ich bereits. Ich möchte gar nicht so viel darüber verraten, aber er wird auch wieder in Hamburg spielen, und es geht um eine Floristin, einen Blumenladen, ein Restaurant, eine Zugbegleiterin, eine Kiezkönigin, um Liebe, Freundschaft, Träume, Realität und um vieles, vieles mehr. J


Petra, herzlichen Dank für das tolle Interview. Ich freue mich schon sehr dein dritten Buch zu lesen :-D.




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