Mittwoch, 30. März 2016

[Rezension] Jessica Winter - Bis du wieder atmen kannst + Solange du bleibst


Jessica Winter - Bis du wieder atmen kannst + Solange du bleibst

Klappentext von Teil 1:

Würdest du einen Blick über fremde Mauern werfen, wenn du weißt, dass sich dahinter der Abgrund befindet?

Auf den ersten Blick scheint es, als könnten die Lebensumstände von Jeremy und Julia nicht unterschiedlicher sein. Abgesehen von frechen Neckereien teilen sie nichts miteinander. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als Jeremy durch einen unglücklichen Zufall Zeuge eines schrecklichen Geheimnisses wird, welches Julia seit Jahren zu hüten versucht. Zum ersten Mal in seinem Leben muss Jeremy für etwas kämpfen und langsam aber sicher ihr Vertrauen gewinnen, um ihr helfen zu können. Doch je näher er ihr kommt, desto mehr begreift er, dass es nicht nur Julias Fassade ist, die zu bröckeln begonnen hat...

Buchtrailer



Erster Satz:
"Es heißt, es gäbe mehrere Stadien der Trauer, die man durchlaufen müsse, nachdem man einen geliebten Menschen verloren hat."

Cover & Titel:
Die Cover gefallen mir richtig gut! Sie zeigen sofort, um was es in den Büchern geht und wer in den Büchern im Vordergrund steht. Auch die Art wie sich die beiden Umarmen könnte nicht besser gewählt sein.
Diese Bücher hätte ich auch gekauft/gelesen ohne den Klappentext zu kennen.

Meine Erwartungen:
Es ist ein Liebesroman. Daher habe ich eine Teenagerliebe erwartet, ein Problem und ein Happy End. Halt ein ganz normaler Liebesroman. Ich war gespannt, weshalb sich die beiden, nachdem sie zusammenkommen würden, sich streiten und ggf. wieder vorübergehend trennen und wie sie im Endeffekt wieder zusammenkommen. Auch war ich gespannt, was der "Abgrund" sein sollte.

Meine Meinung zum Buch:
Was ich nicht erwartet habe, war eine solch krasse Geschichte! Das Buch hat mich umgehauen und meine Erwartungen mehr als Übertroffen. Denn man kann sagen, dass die zwei Bücher eigentlich ein Buch sind nur, dass in dem ersten Teil Julia im Vordergrund steht und im zweiten Teil Jeremy. Und ja, es war eine Liebesgeschichte. Doch war sie weder vorhersehbar, noch die leichte gewohnte Kost. Ich fragte mich wirklich, wie man als Autor auf solche Schicksale kommt und diese dann noch so detailliert beschrieben kann. Bis ich erfuhr, dass die Autorin Lehrerin ist und eine solche Grausamkeit und solche Schicksale bei Ihren Schülern erlebte. Während der gesamten Geschichte fragte ich mich, ob ich meine Mitschüler wirklich kannte und ob es bei den Schülern wirklich immer so vorging, wie ich es immer annahm. Ich frage mich jetzt, von welchen Geschichten und Schicksalen ich nicht wusste und ob ich vielleicht manchmal die Augen zugemacht habe und vielleicht einem Mitschüler hätte helfen können.
Was ich damit sagen will ist, dass die Bücher mich zum Nachdenken angeregt haben. Denn sie zeigen in einer beeindruckenden Art und Weise, welche Gedanken in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen vorgeht und mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen haben.
Jessica Winter hat es geschafft traurige und harte Themen in einen Liebesroman so zu verpacken, dass die Themen verdaubar sind. Es gibt ja so Bücher wie "Sie nannten mich "Es"", die ich mich persönlich immer nicht traue zu lesen, weil sie mir einfach zu krass sind. Die liest dann meine Schwester immer. Aber diese Bücher von Jessica Winter konnte man auch etwas abgeschwächter betrachten, sodass sie nicht so nervenaufreibend sind. Hin und wieder waren auch wirklich sehr lustige Stellen dabei, in denen ich dann durchatmen und mich entspannen konnte. Auch, weil ein typisches Schulhofleben beschrieben wurde mit nervigen Typen, zickigen Weibern und besten Freunden.
Die Emotionen in diesem Buch waren für mich sehr greifbar. Ich war sooo wütend, dass ich wirklich erst mal durchatmen musste, bevor ich das Buch weglegte. Ich litt und hoffte mit Julia und Jeremy und fühlte mich zeitweise richtig hilflos. Ich habe mich bei den auftretenden Herausforderungen gefragt, wie ich reagieren würde und was ich tun würde, wenn ich vor solch Problemen stehen würde. Aber ehrlich gesagt fand ich manchmal keine Lösung. Ich hätte nicht gewusst, wie ich es hätte besser machen können. Und dann stelle ich mir die Frage: "Wie geht man als Lehrerin damit um, wenn man von solchen Schicksalen erfährt?" Ich könnte mir vorstellen, dass es einem sehr nahe geht. Ich stellte mir auch die Frage wie ich mit solchen Situationen umgegangen wäre, wenn sie mir passiert wären? Spontan könnte ich es nicht beantworten. Ich glaube, dass muss man wirklich erleben, um es beurteilen zu können. Und das wünsche ich keinem! Denn ich ahnte beim Lesen richtig, wie verletzt Julia sich fühlen musste und konnte es mir nicht vorstellen wie es ist, wenn meine Eltern mit mir so umgehen würden. Nein, das übertraf meine Vorstellungskraft bei Weitem, denn so etwas hätten meine Eltern nie gemacht. Und so war ich auch von der Stärke und dem Optimismus beeindruckt, wie Julia mit ihrer Situation umging. Von Ihrer positiven Einstellung kann ich viel mitnehmen. Die Bücher zeigen einem, wie viel ein Mensch durchstehen kann und wie man aus dem schlimmsten Leben, das beste macht.

Ja und mein Happy End? Es gab zwar eines? ein halbes? gar keins?. Das kommt ganz auf die Betrachtungsweise an. Ich hätte jedenfalls niemals mit solch einem Ende gerechnet.

Zitat:
"Menschen gehen mit Scheuklappen durch die Welt. Sie rennen an einem vorbei und starren auf den Boden, ihr Handy, die Landschaft, aus Angst, etwas sehen zu können, womit sie sich befassen müssen. Sie haben Angst, dass sie dann nicht mehr wegsehen können. Was sie nämlich sehen würden, ist eine riesige Anzahl an traurigen Augen, die ihnen entgegenblicken."

FazitTraurige Liebesgeschichten mit realistischem Hintergrund.

Bewertung:



Details zum Buch:
Autor: Jessica Winter
Verlag: Selfpublisher
Genre: Liebesroman, Drama, Jugendroman
Erschienen am: 14.08.2015 / 01.11.2015
Format: Ebook
ISBN Taschenbuch: 978-1515340225 / 978-1518869471
ASIN: B0139VTKPC / B017DVVUIO
Seiten: 414 + 404
Preis Taschenbuch: jeweils 11,90 €
Preis EBook: jeweils 2,99 €

Über die Autorin:
Schon seit frühester Kindheit war ich begeistert von romantischen Liebesgeschichten, die Tiefgang bewiesen. Stundenlang erträumte ich mir selbst unterschiedlichste Geschichten und schrieb diese immer wieder gerne auf. Mit zwölf Jahren wusste ich, ich würde eines Tages selbst Bücher schreiben und diesen Traum vergaß ich auch über die Höhen und Tiefen der Jahre nicht. Heute lebe ich mit meinem Mann im Großraum Linz, liebe nach wie vor meinen Beruf als Sonderpädagogin und genieße es abends und nachts, meine endlosen Ideen auf Papier zu bringen und meinen Figuren mit unterschiedlichsten Hintergründen und Lebensumständen Stimmen zu verleihen.
"Bis du wieder atmen kannst" ist mein Debütroman.

Quelle: Jessica Winter

Danksagung
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Tine von CP Ideenwelt und damit verbunden auch der Autorin Jessica Winter für das Rezensionsexemplar, die wunderbare Blogtour und das mir entgegengebrachte Vertrauen. Vielen Dank!

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