Mittwoch, 4. November 2015

[Gastzezension Jule] Dark Angel - Anders Leben: Selbstverletzendes Verhalten



Klappentext:
Ein Buch, welches abseits hochgestochener Fachsimpelei angesiedelt ist, abseits klinischer Diagnosen, Thesen und Theorien, welches sich ausschließlich nährt von Ansichten, Erlebnissen, betrachtungsweisen und Erklärungsansätzen, Betroffener, die hier nicht nur ein Portal zur Eigeninitative aufgestoßen haben, sondern teilhaben lassen, an ihrem Leben, Leiden und dem Umgang damit.

Erster Satz:
"Selbstverletzendes Verhalten scheint auf den ersten Blick ein Phänomen unserer Zeit zu sein, wenn man die stetig wachsende Zahl der Betroffenen verfolgt."

Cover & Titel:
Ich finde den Titel nicht besonders passend, denn es gibt das Gefühl, dass nur die Personen, die zu diesem Personenkreis gehören, anders sind. Ich bin der Meinung, dass jeder Besonders ist und sein Päckchen zu tragen hat. Der Unterschied liegt doch darin, wie man damit umgeht. 
Das Cover finde ich passend, denn das Gefühl vermittelt das Buch beim Lesen. Ist halt Schwarz.

Meine Erwartungen:
Ich hatte gehofft, durch das Buch eine andere Sichtweise auf die Problematik des selbstverletzenden Verhaltens zu bekommen oder mehr über Hintergründe zu Erfahren. Ich lerne derzeit Ergotherapeutin und lese Bücher über Lebenserfahrungen, um mehr und intensiver über die Themen zu Erfahren und zu schauen, wo ich später ansetzen könnte. Ich will nicht sagen, dass meine Erwartungen hoch waren, aber ich war sehr gespannt auf das Buch. 

Meine Meinung zum Buch:
Das Buch hat einen komplizierteren Aufbau und dadurch gibt es immer wieder große Brakes. Es ist erklärt was SSV ist und ein paar wenige Ursachen und Hintergründe sind benannt, sowie Alternativen. Anschließend gibt es zu und von verschiedenen Personen so eine Art Erfahrungsbericht, meist in Form eines Tagebucheintrags und anschließend im folgenden Kapitel eine Befragung der Personen. Im Anschluss zeigt das Buch noch Gedichte und Zeichnungen von Personen mit Selbstverletzenden Verhalten. Zum Schluss, bevor Anlaufstellen für Betroffene genannt werden kommt noch so eine Art Erfahrungsbericht, wie ich mir das ganze Buch gewünscht hätte. Der Autor nennt es "BorderlineCase". Es ist aber schwer in den Text zu finden und zu wissen, was der Autor eigentlich will.
Die Texte sind an sich ganz gut geschrieben und die Gedichte sowie die Zeichnungen sind toll. Sie sagen mehr aus, wie der ganze Text im Buch. 
Beim Lesen der Texte gewann ich teilweise den Eindruck, wie das der Text einfach runter geschrieben ist. Man versuchte Emotionen beim Leser zu Erwecken, es gelang aber nicht. Was wirklich schade ist.,
Es sind Berichte von Menschen, die sich selber verletzen, eigentlich aufhören wollen aber nicht können und bis auf eine Betroffene machte es mir nicht den Anschein, dass sie sich wirklich helfen lassen wöllten. Am Anfang vom Buch wird angedeutet, dass die schwarze Szene nicht gleich Borderline bedeutet. Der Inhalt der Texte sagt da aber was Anderes. Die Szene wird als "Familie" bezeichnet, die den Betroffenen wohl besser helfen könnten wie die Ärzte. Ich habe eine andere Einstellung zu dem Thema, drum kamen das Buch und ich wohl nicht so zusammen und meine Meinung hat sich noch gefestigt und nicht verändert, so wie ich es mir erhofft hatte. Die Hintergründe die ich erfahren wollte, waren keine neuen, sondern das was man im Alltag auch dazu erfährt. 
Allgemein ist das Buch sehr düstern geschrieben und es entstand bei mir der Eindruck, dass Sterben, doch eigentlich besser wäre. Das Buch hat nicht viele Seiten, dazu noch viele Illustrationen und Gedichte, die die Seiten schnell füllen. Trotzdem habe ich eine gefühlte Ewigkeit an dem Buch gelesen. 

Zitat:
"Ein interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass es gerade in der Gothic- Szene so viele Betroffene gibt, sich die Betroffenen scheinbar in die Dunkelheit flüchten""Warum denkt und fühlt man "schwarz"? Ich habe das Gefühl, dass die Szene ein Anlaufpunkt ist, da sie eine bestimmte Art von Philosophie verkörpert, die in uns allen vorkommt. Gedanken und Gefühle, wie Angst, Verzweiflung, Trauer, Schmerz, Wut, und der Tod bestimmen diese Philosophie."

An fortgeschrittener Stelle findet man dieses Zitat:
" Was glaubst du ist/ war der Auslöser dafür?Problem, seelischer Schmerz, eigene Unzufriedenheit, ein prägendes Umfeld, Streit, Einsamkeit, Vergangenheit...Für mich gibt es viele Auslöser."




Bewertung:
  


Details zum Buch:
Autor: Dark Angel
Verlag: UBooks
Genre: Erfahrungen
Erschienen am: 2004
Format: Taschenbuch
ISBN: 9783937536132
Seiten: 163
Preis: 10,90 €



Über den Autor
1977 geboren, fand DarkAngel in wohl allen Lebensbereichen recht schnell seinen Weg direkt in die Nacht.
Als nachtschaffender Arbeiter leistet er heute seinen Beitrag zu Brot für die Welt.
Schon zu Ende seiner Schulzeit begann DarkAngels Vorliebe für die geschriebene Kunst.
Dies reifte über die Jahre mehr und mehr heran und brachte ihn 2003 zu seinen ersten Veröffentlichungen in der Anthologie „Vampirwelten“ und „sensual“ (beides erschienen bei Ubooks). Sein erstes eigenes Werk „Anders Leben“, eine etwas andere Abhandlung zum Thema selbstverletzendes Verhalten, erschien im Jahr darauf im Ubooks Verlag.
Vergangenheit, Gegenwart, Schmerz, Trauer, Leidenschaft und Erotik gehören zu den stärksten Inspirationen seiner Werke.
Privat widmet er sich neben dem Schreiben guter Gitarrenmusik, Photographie und den schönen Dingen im Leben.
Kurz gesagt, ist und bleibt DarkAngel eben ein „Bleistiftrocker“
Quelle: Ubooks.de

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