Donnerstag, 6. August 2015

[Hörbuch-Rezension] Daniel Suarez – Control

[Hörbuch-Rezension] Daniel Suarez – Control


Cover & Titel:
Das Cover gefällt mir eigentlich gar nicht. Ich verstand erst das Hochhaus nicht und hatte nicht gedacht, dass das gelbe Licht eine Bedeutung hätte. Am Ende des Buches erfährt der Leser jedoch, was das Cover zu bedeuten hat.

Meine Erwartungen:
Mir wurde das Buch empfohlen, als ich "Der Circle" zu Ende gelesen hatte. Es sollte ein Thriller sein, weshalb ich dem Buch mit gemischten Gefühlen gegenüberstand. Allerdings finde ich Dystopien recht interessant und fragte mich, was Daniel Suarez uns zu sagen hatten.


Sprecher:
Mit der Stimme des Sprechers musste ich mich erst anfreunden, Die Stimme wirkt so düster und wenig vertrauenerweckend. Ich finde aber, dass sie zur Geschichte selbst ganz gut passt. Allerdings klang sie für manche Charaktere zu alt. Für mich passt die Stimme gut zu den Funktionären der Organisation, zu John Grady hingegen weniger. Aber da spielt natürlich auch immer die persönliche Vorstellung eine Rolle. Wahrscheinlich personifiziert jeder Hörer Jhon Grady anders.

Meine Meinung zum Buch:
Als ich das Buch begann war ich etwas irritiert. Es kam mir vor wie ein Buch für Freaks. Denn anfangs verstand ich fachlich nicht viel. Ich konnte zwar nachvollziehen was sie meinten, mehr aber nicht. Bereits zu Beginn des Buches gab es fortgeschrittene Technologie mit Gestensteuerung und es wurde an der Gravitation geforscht. Technologie mit Gestensteuerung, bei dem man ein "schwebendes Bild" sieht, finde ich ja ehrlich gesagt abgefahren. Darauf freue ich mich irgendwie schon. Aber es gab auch ziemlich viele seltsame Stellen.
Für mich ist das Buch in mehrere Teile eingeteilt: der Beginn, in dem alles erklärt wird, der Teil im Bunker, der für mich ziemlich beängstigend war und der Schluss.
Nach der Entführung aber, in der die im Klappentext angedeutete Zelle ins Spiel kam, bekam ich Gänsehaut. Nicht etwa, weil es so spannend war, sondern weil ich es zum Teil wirklich ekelig fand. Außerdem wurde ich wütend und konnte mich verdammt gut in die Person in der Zelle hineinversetzen. Denn derart in seinem eigenen Körper gefangen zu sein, will keiner.
Für mich ist es irgendwie schwierig das Buch zu rezensieren ohne zu viel davon zu verraten. Denn es kann sich ja keiner vorstellen, um was für Technologien es in dem Buch geht. Und wenn ich euch die Technologien verrate, dann braucht ihr das Buch ja nicht mehr lesen. Ich kann euch ja nicht einmal sagen, wozu die Zellen eigentlich dienten und was das ganze Konstrukt ergeben soll. Im Grunde ist es aber ziemlich genial und absolut menschenunwürdig, da der Mensch kein eigenes Individuum mehr ist. Der Mensch wird eigentlich seinem inneren beraubt. zurück bleibt nur die leere Hülle, die neu befüllt wird.
 Im letzten von mir definierten Abschnitt des Buches werden die Erfindungen dann zum Teil angewandt. Und wenn auf dem Klappentext steht, dass der Mensch mit solchen Entwicklungen noch nicht umgehen kann, so lernt man eines der Worst-Case Szenarien spätestens jetzt kennen.
Ich glaube ja, dass es durchaus Erfindungen gibt, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden und von denen wir nichts wissen. Ob das jedoch so weit geht wie in dem Buch ist fraglich. Aber im Grunde geht es ja auch nicht um die Frage, ob es existiert oder nicht, sondern eher um eine Fiktion. Dennoch habe ich angefangen mir darüber Gedanken zu machen was wäre wenn. Einige Situationen, bei denen man als Teilnehmer nur machtlos daneben steht und keine Chance hat, haben mich schon etwas beschäftigt. Und ja, ich glaube, dass es die eine oder andere Erfindung noch geben wird. Über die ein oder andere Erfindung würde ich mich sogar freuen - da sind echt coole Sachen dabei -, andere können meinetwegen jedoch gerne unentdeckt bleiben.

Zusammenfassend stehe ich dem Buch mit gemischten Gefühlen gegenüber. So richtig toll fand ich die Geschichte nicht, dann sind aber wiederrum ziemlich abgefahrene Szenen enthalten. Aber vielleicht ist es ja genau das Gefühl, was Daniel Suarez dem Leser mit auf dem Weg geben will - Unsicherheit bei neuen Technologien.

Zitat:
Grady deutete auf die schwebende Biermembran. «Schauen Sie sich die Form des Felds an. Das ist ein Grund, warum ich immer geglaubt habe, dass Elektromagnetismus und Schwerkraft enge Verwandte sind – wenn auch in verschiedenen Dimensionen.» Kulkarni zögerte. «Wenn es aussieht wie ein elektromagnetisches Feld und sich auch so verhält ...» «Es ist kein Magnetismus. Jede baryonische Materie mit Masse, die sie in diesem Feld platzieren, wird die Gravitationseffekte zeigen. Buchstäblich jede.» «Wollen Sie mir wirklich einreden, dass Sie mit nur fünfzig Megawatt Strom die Anziehungskraft der gesamten Erde übertreffen? Ohne Mini-Schwarze-Löcher zu erzeugen oder –» «Nein, natürlich nicht. Noch mal, wir erzeugen keine Gravitationskraft. Wir reflektieren sie. Ein Gravitationsspiegel. Und dieser Hochenergiespiegel kann so manipuliert werden, dass er die Gravitation in verschiedene Richtungen ablenkt.»

Fazit: Control - ein ziemlich abgefahrenes Buch, welches ich mit gemischten Gefühlen beiseite lege.

Klappentext
1969 eroberte der Mensch den Mond. Und was ist die größte Errungenschaft unseres Jahrhunderts? Facebook? Was wurde aus den Visionen der Vergangenheit? Warum gibt es keine großen Erfindungen mehr? 

Als dem Physiker John Grady die Aufhebung der Schwerkraft gelingt, hofft er auf den Nobelpreis. Doch statt Gratulanten kommen Terroristen. Grady stirbt. Das melden zumindest die Medien. Tatsächlich erwacht der Wissenschaftler in Gefangenschaft: Das hochgeheime "Bureau of Technology Control" entführt seit Jahrzehnten die brillantesten Wissenschaftler. Zum Schutz der Menschheit, angeblich, denn für Kernfusion und andere Erfindungen sei der Homo Sapiens noch nicht weit genug. 

Für die Gefangenen gibt es nur eine Wahl: Entweder Kooperation - oder eine türlose Zelle im Fels, tief unter der Erde. Doch die neuen Herren der Welt haben die Rechnung ohne Grady gemacht.

>> Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich. 

©2014 Die Originalausgabe erschien unter dem Titel "INFLUX" bei Dutton/Penguin Group, New York. Für die deutschsprachige Ausgabe: Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg. Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann (P)2014 Argon Verlag GmbH

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Details zum Buch:
Autor: Daniel Suarez
Verlag Hörbuch: Argon - Exklusiv bei Audible
Originalverlag: Rowohlt
Aus dem Amerikanischen:
Sprecher: Uve Teschner
Erschienen am: 24.10.2014
ISBN Taschenbuch: 978-3-499-26863-2
ISBN EBook: 978-3-644-52531-3
Seiten: 496
Laufzeit: 13 Std. 50 Min.
Preis Taschenbuch: 12,99 €
Preis E-Book: 10,99 €
Preis Hörbuch: 24,95 €
Bewertung:☺☺☺

Über den Autor
Bevor Daniel Suarez seinen ersten Roman begann, machte er als Systemberater Karriere und entwickelte Software für zahlreiche große Firmen der Militär-, Finanz- und die Unterhaltungsindustrie. «Daemon» veröffentlichte er 2006 unter Pseudonym im Eigenverlag. Nachdem der Roman die Internet- und Gaming-Community im Sturm erobert hatte, wurde ein großer Verlag auf das Buch aufmerksam. In der neuen Ausgabe avancierte «Daemon» zum Bestseller; eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Daniel Suarez lebt und arbeitet in Kalifornien.

Über der Sprecher
Elena Wilms ist vor allem als Sprecherin für Synchron-, Dokumentations- und Werbeaufnahmen tätig. Zudem ist sie regelmäßig im Radio und in zahlreichen Hörbuchproduktionen zu hören. Für Random House Audio liest sie auch Nora Roberts O'Dwyer-Trilogie.

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