Mittwoch, 8. Juli 2015

[Hörbuch-Rezension] Matthew Quick - Die Sache mit dem Glück


Cover & Titel:
Eigentlich fand ich das Cover am Anfang wirklich hübsch. Das Pink, die verspielten Konfetti (oder sollen das kleine Briefe sein?) und die eigene Schriftart, haben mich Neugierig gemacht. 
Im Nachhinein finde ich allerdings, dass das Cover, im speziellen die Farbe, nicht so zu dem Buch passt.  

Meine Erwartungen:
Aufgrund des Covers erwartete ich eine lustige Geschichte, die perfekt für den Sommer geeignet ist. Irgendwie vermittelte mir das Cover gute Laune. Und der Klappentext unterstütze mein Eindruck noch. Nachdem ich den Klappentext gelesen, freute ich mich auf ein lustiges Buch.

Sprecher:
Die Stimme des Sprechers passt sehr gut zu den Charakteren und unterstützt die Charakterzüge der Figuren noch. Es war angenehm dem Sprecher zuzuhören. Ich glaube einen besseren Sprecher hätte man für dieses Buch nicht finden können. Vor allem, weil er alle Figuren sehr gut interpretierte und ihnen Leben einhauchte. Ich ziehe wirklich den Hut vor so guten Lesern!

Meine Meinung zum Buch:
Kurz gesagt fand ich das Buch ziemlich schräg. Ich kann nicht sagen, dass das Buch lustig ist. Zumindest habe ich nicht einmal gelacht oder geschmunzelt. Im Gegenteil, ich fand das Buch eigentlich recht traurig und zwischendrin ziemlich ernüchtern. Für mich verbarg das Buch eine Gesellschaftskritik, die wirklich angebracht ist. Es ging hauptsächlich darum, dass die Gesellschaft Menschen die anders sind und nicht der "Norm" entsprechen, in eine Schublade stecken und mit Vorurteilen behaften. Selbst beim Lesen merkte ich, dass ich direkt Vorurteile entwickelte, als eine neue Person hinzukam. Lernt man die Personen jedoch näher kennen, so gibt es ein Grund für deren Verhalten und oftmals haben diese Menschen ein sehr großes Herz und sind sehr gefühlvoll.

In dem Buch schreibt Bartholomew Niel Briefe an Richard Gere, in denen er von seinem Leben, den Ereignissen und Herausforderungen erzählt und Richard Gere als seinen Vertrauten auserwählt. 

Allerdings kam ich persönlich mit der Geschichte nicht so zurecht. Ich fühlte mich einfach nicht wohl. Es ging in der Geschichte sehr oft um den Glauben, vor allem aber um Gott. Da ich aber nicht an Gott glaube und somit weder die Bibel gelesen habe, noch bete, kann ich mit den Einstellungen zu bestimmten Dingen recht wenig anfangen. Auch kann ich nicht verstehen, was es helfen soll, drei Tage auf dem Boden zu knien und zu beten. 
Des Weiteren fand ich die Figuren zu Beginn recht befremdlich. Ich war nicht darauf gefasst mit Figuren konfrontiert zu werden die eine bipolare Störung haben oder andere psychischen Probleme. Mir war nicht klar, ob Bartholomew Niel wirklich Briefe an Richard Gere schreibt oder ob er sich das nur ausdachte. Vor allem auch, weil Richard Gere ihn in bestimmten Situationen unterstützte und er ihn als Stimme hörte. Also hinterfragte ich jede Situation und jede Aussagen und überlegte, ob vielleicht etwas ganz anderes dahinter stecken könnte.

Das Buch macht aber auch Hoffnung. Denn es zeigt, dass Menschen die man nicht kategorisieren kann oder die nicht den gesellschaftlichen Standards entsprechen, gar nicht so alleine sind. Denn es gibt immer Menschen, denen es ebenso ergeht. Und lernen diese Menschen sich kennen, haben sie eine besondere Verbindung und finden ihr Glück. Dann erreichen sie auch die Ziele, die sie gedacht haben, nie erreichen zu können.

Vor allem eine Sache werde ich mir mitnehmen und im Hinterkopf behalten. Die Mutter von Bartholomew Niel hatte die Einstellung, dass wenn ihr etwas schlimmes passierte, im Gegenzug dazu in der Welt einem oder mehreren anderen Menschen etwas Gutes geschieht. Damit lässt sich doch ein schlechter Tag oder ein negatives Ereignis besser aushalten.

Zitat:
">>Sie halten mich nicht für einen Schwachkopf, obwohl ich Ihnen gerade erzählt habe, dass ich noch nie ein Date hatte?<<"
">>Ich halte niemanden für einen Schwachkopf, weil das ein ganz übles Wort ist, das man nicht mal denken sollte.<<"
Fazit: Ganz anders als Erwartet.

Klappentext:
Bartholomew Niel ist 39 und hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie plötzlich stirbt, muss er alleine zurechtkommen. Zufällig findet er einen „Befreit-Tibet!”-Brief von Richard Gere in der Unterwäscheschublade seiner Mutter. In dem festen Glaubne, dass der Schauspieler ihm helfen kann, beginnt Bartholomew, ihm Briefe zu schreiben. Ein Priester in der Glaubenskrise, eine junge Bibliothekarin und ihr katzenliebender Bruder helfen ihm ebenfalls bei seiner Suche nach dem Glück.

Trailer:

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Webseite zum Buch: hier klicken

Details zum Buch:
Autor:  Matthew Quick
Verlag Hörbuch: Randomhouse Audio
Originalverlag: Kindler
Originaltitel: The Good Luck Of Right Now (Harper Collins)
Übersetzer: Klaus Timmermann & Ulrike Wasel
Sprecher: Boris Aljinovic
Erschienen am: 15. Dezember 2014
ISBN Hörbuch: 978-3-8371-2863-5
Länge: 6 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 467 Minuten
Preis Hörbuch: 19,99 €
Bewertung:☺☺☺

Über den Autor:
Matthew Quick wurde 1973 in New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer, schmiss seinen Job und reiste so lange durch Südamerika und Afrika, bis er endlich den Mut aufbrachte, das zu tun, was er schon immer wollte: einen Roman schreiben. Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und einen Oscar. Auch die Filmrechte an „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts.

Über den Sprecher
Boris Aljinović, bekannt als Felix Stark aus dem Berliner „Tatort“, ist neben zahlreichen Rollen im Theater, Film und Fernsehen (z.B. „7 Zwerge”) auch ein erfolgreicher Hörbuchsprecher. Für Random House Audio hat er u.a. sieben Terry Pratchett-Romane sowie „Die Bücherdiebin” von Markus Zusak eingelesen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Randomhouse Audio und damit verbunden auch dem Autor   für das Rezensionsexemplar und das Vertrauen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht :-)

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